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Ob Komödien oder Dramen - die Fernseh-, Kino- und Theaterdarstellerin beherrscht jedes Genre. Nach fünfzehn Jahren Berufserfolg widmet sie sich nun entschiedener der Familie und macht ihre Wahlheimat Mallorca zum Lebensmittelpunkt.
Dort lebt sie mit ihrem Lebensgefährten, einem einheimischen Farmer,
und der gemeinsamen neun Monate alten Tochter Mina. Mutter sein sei die
schönste Zeit ihres Lebens. «Wenn ich gewusst hätte, wie schön es ist,
hätte ich schon viel früher angefangen», sagte Schweins der
Illustrierten «Bunte».
Doch dem Mutterglück ging 2004 das Überleben der Tsunami-Katastrophe
voraus. Als die Schauspielerin und ihre Mutter auf Sri Lanka Urlaub
machten, wurden sie von einer Welle über 200 Meter weggetragen.
Schweins, die ihre Rettung als Wunder ansieht, hielt es danach an
keinem festen Wohnort aus. Endlich scheint sie auf den Balearen ein
neues Zuhause gefunden zu haben.
Esther Schweins kam in Oberhausen zur Welt und wuchs in der hessischen
Kleinstadt Viernheim auf. Nur zögerlich entschloss sich die Tochter
eines Teppichhändlers für eine Schauspielausbildung in Karlsruhe. Kurz
nach einem Wechsel an die Bochumer Schauspielschule brach Schweins die
Ausbildung wieder ab ? es zog sie auf die Bühne, wo sie zunächst als
Showmoderatorin und Kabarettistin arbeitete.
Schließlich entdeckte «Tutti-Frutti»-Conférencier Hugo Egon Balder die
rothaarige Jungschauspielerin für sein Comedy-Format «RTL Samstag
Nacht», mit dem sie neben Olli Dittrich und Wigald Boning Anfang 1993
auf Sendung ging. Mit der Show avancierte sie zur deutschen
Comedy-Queen und löste einen Boom des Genres aus, der bis heute
andauert. Presse und Publikum erkoren sie außerdem zum Inbegriff von
Sinnlichkeit und Sex-Appeal.
Noch bevor Esther Schweins die etablierte Kultsendung nach fünf Jahren
verließ - Quotendruck und kommerzielle Zwänge nahmen immer mehr zu -
hatte sie bereits einige Filmauftritte gemeistert. Die erste
Fernsehrolle im «Tatort» endete allerdings nach einer knappen
Viertelstunde als Leiche.
Nach zahlreichen Fernseh- und Kinorollen beteiligte sie sich u. a. an
der Drehbuchentwicklung der ZDF-Serie «Im Fadenkreuz» (2000), in der
sie außerdem die Hauptrolle als Leiterin einer Bodyguard-Agentur
spielte. 2000 gab sie auch ihr Theaterregie-Debüt mit der deutschen
Adaption von Rob Beckers Broadway-Hit «Caveman» und war die deutsche
Synchron-Stimme der Prinzessin Fiona in den Trickfilmen «Shrek» (2001),
«Shrek2» (2004) und «Shrek3» (2007).
Seit 2001 moderiert die Allrounderin, die beruflichen Stillstand hasst,
die Theatersendungen «Theaterlandschaften» und «Foyer» im
ZDFtheaterkanal und auf 3sat. Unter der Regie von Hardi Sturm spielte
Esther Schweins 2006 in dem Kinothriller «Feuer» sowie in der
Theaterverfilmung von Maxim Gorkis «Nachtasyl» mit. Danach stand sie
neben Armin Rohde für die Komödie «Vater Undercover - Im Auftrag der
Familie» (2006) vor der Kamera.
Derzeit ist die deutsche Schauspielgröße in «Die Anruferin» auf der
Leinwand zu sehen. Diesmal verkörpert sie eine bodenständige Frau, die
um ihren gestorbenen Mann trauert und bei einer psychisch kranken
Freundin Schutz sucht. Die nächste Kinorolle steht auch bereits fest,
denn Regisseur Christian Ditter hat Esther Schweins und Martin
Semmelrogge für die Verfilmung des Jugendromans «Vorstadtkrokodile»
engagiert. Semmelrogge gehörte schon vor 30 Jahren zur Besetzung, als
Max von der Grüns Geschichte um die berühmte Kinderbande und den
querschnittsgelähmten Kai ins Fernsehen kam.
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