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Dieter Hallervorden PDF Drucken E-Mail

Dieter Hallervorden (* 5. September 1935 in Dessau, Anhalt, heute Sachsen-Anhalt) ist ein deutscher Komiker, Moderator, Kabarettist, Schauspieler und Sänger.

Dieter Hallervorden wurde geboren als Sohn einer Arzthelferin und eines Diplom-Ingenieurs (Flugzeugkonstrukteur bei Junkers), dessen beide Beine aufgrund schwerer Erfrierungen im Krieg amputiert werden mussten. Er hat zwei Schwestern: Renate und Margot. Sein Großvater Hans Hallervorden war von 1920–1938 und 1946–1948 Gartendirektor der Joachim-Ernst-Stiftung im Wörlitzer Park.

Dieter Hallervorden hat zwei Kinder mit seiner ersten Ehefrau Rotraud Schindler (Nathalie und Dieter jr.) sowie eines mit seiner zweiten Frau Elena Blume (Johannes). Es gibt Berichte, dass er eine weitere Tochter (* 1987) mit Maria Heid habe; Hallervorden gibt die Zahl seiner Kinder aber mit drei an. Er lebt mit Frau Elena (* 7. September 1960), die er am 6. Oktober 1991 kirchlich geheiratet hat, und Sohn Johannes (* September 1998) abwechselnd in seinem Chateau de Costaérès mit acht Zimmern auf einer Insel vor der bretonischen Küste (Trégastel, Bretagne) und in Berlin.

Hallervorden hatte während seiner Schulzeit Konflikte mit den Behörden der DDR und machte deshalb sein Abitur erst 1957. Er begann ein Studium der Romanistik (u. a. bei Victor Klemperer), Publizistik und Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin und setzte dies nach dem Verlassen der DDR 1958 in West-Berlin fort, wo er der nationalkonservativen Burschenschaft Rugia beitrat. Neben dem Studium arbeitete er als Fremdenführer für ausländische Touristen. Nachdem Bewerbungen an der Max-Reinhardt-Schauspielschule sowie beim Berliner Kabarett Die Stachelschweine erfolglos waren, gründete er in West-Berlin 1960 die Kabarettbühne Die Wühlmäuse, der er auch heute noch als Direktor vorsteht. Sein Studium, das er bis dahin an der Freien Universität fortgesetzt hatte, gab er nun auf und nahm Schauspielunterricht an der Privatschule von Marlise Ludwig.

Schon bald folgten Fernseh- und Filmauftritte, unter anderem im Aufsehen erregenden Fernsehfilm Das Millionenspiel (1970), in dem er den Gangsterboss Köhler spielte. In den Serien Abramakabra, Grand Gala und Das Läster-Lexikon profilierte er sich als Satiriker und Komiker. Der Durchbruch folgte 1975 mit der Slapstick-Reihe Nonstop Nonsens (als Didi Meisenkaiser) im Süddeutschen Rundfunk, die bis zu ihrem Ende 1980 Rekordquoten erreichte. Zu den bekanntesten Nonstop Nonsens-Sketchen zählen der "Zumsel", "Flasche Pommes", auch bekannt als "Palim-Palim", oder "die Kuh Elsa".

In dieser Zeit brachte Hallervorden auch einige erfolgreiche Schallplatten und Singles heraus, häufig Parodien auf populäre Hits. Die erfolgreichsten Titel waren Ich bin der schönste Mann in unserer Mietskaserne (1976), Du, die Wanne ist voll (1978, Duett mit Helga Feddersen, eine Parodie auf "You're the One That I Want"), Fatima - heut ist Ramadan (1979), Punker Maria (1981, eine Parodie auf Santa Maria), Tierischer Tango (1981) und Der Würger vom Finanzamt (1982).

Ab 1980 widmete er sich verstärkt dem Kino, oft als Drehbuchautor und Schauspieler in Personalunion. Insgesamt drehte er bis 1992 zehn Kinofilme. Die tollpatschige Hauptfigur Didi wurde schnell zu seinem Markenzeichen und Didi zu seinem Spitznamen.

1992 kehrte er zum politischen Kabarett zurück, zunächst auf Sat.1 mit 21 Folgen der Sendung Spottschau und von 1994 bis 2003 in der ARD mit Hallervordens Spott-Light. Für die ARD moderierte er auch von 1996 bis 1997 die Sendung Verstehen Sie Spaß? und produzierte 2000 12 Folgen der Familien-Komödie Zebralla. Seit 2005 gehört er zum Team der Comedy-Falle auf Sat.1, in der er laut Aufgabe Personen mittels versteckter Kameras hereinlegen muss.

Nach dem Ende von Spott-Light verabschiedete er sich vorerst vom Fernsehen. Mit seinem Solo-Programm Mit dem Gesicht kann er auch im Alter noch einen großen Erfolg im Theater der Wühlmäuse in Berlin feiern.

Seine Autobiografie "Wer immer schmunzelnd sich bemüht" erschien zu seinem 70. Geburtstag Anfang September 2005.